FFH-Verträglichkeitsstudie
Von der EU anerkannte FFH-Gebiete müssen von den Mitgliedstaaten geschützt und in einem für den Schutzzweck günstigen Zustand erhalten werden. Für Projekte, die ein Gebiet des Netzes „Natura 2000“ (FFH-Gebiete und EU-Vogelschutzgebiete) erheblich beeinträchtigen können, schreibt Art. 6 Abs. 3 der FFH-Richtlinie bzw. § 34 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) die Prüfung der Verträglichkeit dieses Projektes mit den festgelegten Erhaltungszielen des betreffenden Gebietes vor.

Mit dieser Begründung wird regelmäßig auch beim Bau und Ausbau von Tierhaltungsanlagen eine Prüfung der FFH-Verträglichkeit notwendig. Besonders relevant sind dabei die Wirkfaktoren wie insbesondere die Ammoniakemissionen, die eine deutliche Fernwirkung besitzen.

Ergeben sich im Immissionsgutachten für eine geplante Anlage bei den prognostizierten Stickstoffzusatzbelastungen Hinweise darauf, dass negative Auswirkungen auf stickstoffempfindliche Lebensraumtypen gem. Anhang I der FFH-Richtlinie in FFH-Gebieten im Umfeld des Vorhabens nicht vollständig auszuschließen sind, erfolgt ein vertiefende Prüfung in Form einer FFH-Verträglichkeitsstudie.

Die Ergebnisse der Immissionsprognosen werden dabei so weiter bearbeitet, dass die potentielle Wirkung der Stickstoffdeposition in jedem relevanten FFH-Lebensraumtyp und auf jeder Einzelfläche spezifisch abgeschätzt werden kann.

Stickstoffdeposition als Flächenwerte in kg/(ha*a) in FFH-Lebensraumtypen des Offenlandes (orange) und in Wäldern (grün).